(Alemán) Salzburger Festspiele 2014

Salzburger Festspiele: Alexander Pereira plant für 2014

Für seinen dritten und letzten Salzburger Festspielsommer hat Intendant Alexander Pereira Überraschungen parat – eine Vorschau auf das Jahr 2014.

Alexander Pereira hat für seinen letzten Salzburger Sommer einige Überraschungen parat.

Bild: SN/EPA

Von durchwegs unerfreulichen Premierenkritiken für «Così fan tutte» lässt sich Alexander Pereira als Intendant der Salzburger Festspiele nicht abschrecken: Er wird den Da-Ponte-Zyklus wie geplant fortsetzen, und das mit Sven-Eric Bechtolf als Regisseur und Christoph Eschenbach als Dirigenten. Nächstes Jahr bringen die beiden Wolfgang Amadeus Mozarts «Don Giovanni» ins Haus für Mozart.

Vor Kurzem haben Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Direktoriumsmitglied Sven-Eric Bechtolf angekündigt, diesen Zyklus 2015 mit «Figaro» zu vollenden, um 2016 alle drei Da-Ponte-Opern zu spielen. Rabl-Stadler und Bechtolf werden ja interimistisch zwei Jahre die Salzburger Festspiele leiten, da Alexander Pereira nach dem Sommer 2014 an die Mailänder Scala geht. Was Alexander Pereira für seine dritten und letzten Festspiele in Salzburg plant, wird offiziell im November vorgestellt.

Details aus dem Programm 2014

Die SN konnten derweil folgende Details aus dem Programm 2014 in Erfahrung bringen: Richard Strauss, dessen 150. Geburtstag nächstes Jahr zu feiern ist, wird mit einem neuen «Rosenkavalier» gewürdigt. Zubin Mehta wird die Wiener Philharmoniker dirigieren, Harry Kupfer führt Regie. Das «Strauss-Jahr» wird zu dem in Orchesterkonzerten mit symphonischen Werken zelebriert, wie «Heldenleben», «Don Juan», «Tod und Verklärung», «Vier letzte Lieder» und «Eulenspiegel». Offenbar sind aus Gründen der Budgetschonung für Richard Strauss keine weiteren Opern und auch – anders als heuer für Richard Wagner und Giuseppe Verdi – keine konzertanten Opern vorgesehen. Dafür wird von Franz Schubert «Fierrabras» vorbereitet, dirigiert von Nikolaus Harnoncourt, inszeniert von Peter Stein. Weiters wird von den Pfingstfestspielen Rossinis «Cenerentola» in den Sommer übernommen.

Der Kassenschlager des nächsten Sommers dürfte das werden, was Alexander Pereira im Frühsommer als «Verdi-Oper, die mit T beginnt» angekündigt hat, nämlich «Il Trovatore». Dafür hat der Intendant eine famose Besetzung in petto: Anna Netrebko, Placido Domingo und Francesco Meli. Alle drei haben heuer in Giuseppe Verdis «Giovanna d’Arco» Furore gemacht. Als Dirigent dürfte Daniele Gatti kommen. Die Regie wird Alvis Hermanis anvertraut.

Offenbar kommt 2014 die lange angebahnte Uraufführung einer Oper György Kurtags nicht zustande. Denn es zeichnet sich ab, dass eine Oper des französischen Komponisten Marc-André Dalbavie uraufgeführt wird, möglicherweise mit König Salomon als Sujet. Es wäre nicht erstaunlich, wenn dafür Ingo Metzmacher wieder am Dirigentenpult in der Felsenreitschule stünde und wenn das Mozarteumorchester dafür engagiert würde.

Die Ouverture spirituelle wird christlicher und islamischer Musik gewidmet sein. Herausragend dürfte das Projekt einer Marienvesper – vermutlich jener von Monteverdi – im Dom werden. Offenbar wegen des heurigen Erfolges mit allen neun Symphonien Gustav Mahlers werden nächstes Jahr voraussichtlich alle Symphonien Anton Bruckners aufgeführt, auch dies wieder von verschiedenen Dirigenten wie Daniel Barenboim, Riccardo Muti, Daniele Gatti, Riccardo Chailly, Philippe Jordan, Bernard Haitink und Christoph Eschenbach.

Im Schauspiel, das Sven-Eric Bechtolf verantwortet, wird im nächsten Jahr der heuer neu inszenierte «Jedermann» wieder aufgenommen – mit weitgehend gleicher Besetzung, also wieder mit Cornelius Obonya und Brigitte Hobmeier in den Hauptrollen. Zudem wird in Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater Karl Kraus’ «Die letzten Tage der Menschheit» aufgeführt, inszeniert von Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann.

Weiters geplant sein dürften eine Dramatisierung des fantastischen Romans «Der Golem», den der österreichische Schriftsteller Gustav Meyrink während des Ersten Weltkriegs verfasst hat. Dies deutet darauf hin, dass Sven-Eric Bechtolf im Schauspielprogramm 2014 daran erinnern wird, dass der Erste Weltkrieg 100 Jahre zuvor ausgebrochen ist. Im Sinne einer Nachkriegstheaterliteratur würde auch passen, dass Ödön von Horváths «Don Juan kommt aus dem Krieg» auf den Spielplan kommt. Allerdings fügt sich dies auch zu einem anderen Bauprinzip im Festspielprogramm, das heuer mit Johanna von Orleans zu beobachten war: Ein Thema wird in Schauspiel wie Oper behandelt. So könnte Horváths Theaterstück – neben Mozarts «Don Giovanni» und Strauss’ «Don Juan» – eine weitere Facette des Don-Juan-Mythos zeigen.

Walter Kappacher schreibt

Auch ein Salzburger Dichter von Anfang des 20. Jahrhunderts könnte bei den Salzburger Festspielen 2014 gewürdigt werden: Georg Trakl.Sven-Eric Bechtolf hat den Salzburger Schriftsteller Walter Kappacher dazu angeregt, ein Theaterstück über Georg Trakl zu verfassen. Dieses ist allerdings noch in Arbeit.

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KOMMENTARE (2)

Werner Flegel

31.08.2013
12:06 Uhr

Die Salzburger Nachrichten sind schon ziemlich proivinzionell, das hat die gestrige Runde im Hangar 7 und die vielen negativen Kommentare zu Herrn Preira und seiner Arbeit verdeutlicht. Es merkt wohl niemand in der Redaktion,dass man damit Österreich und vor allem den Salzburger Festspielen schadet . Ein zufriedener Bersucher der Salzburger Festzspiele

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gerald holzinmger

29.08.2013
07:56 Uhr

eines kann ich nicht leiden, wenn leute in der position wie pereira sich vor die öffentlichkeit stellen und meinen, das geld brauch ich, das muss die kunst den salzburgern wert sein, a- es ist leicht, geld ausgeben zu dürfen/steuergeld b- dürfte er so viel verdienen, dass er sich einfach das besorgt was er braucht. und wenn ein winderl dagegen bläst, ist er eingschnappt dreht sich um und geht. na, bei der konstitution her schwache argumente

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